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Die "Kunst" Ericksonscher Hypnose
19.06.2010, 16:28
Beitrag: #1
Die "Kunst" Ericksonscher Hypnose
Hallo zusammen,

die bisherigen Untersuchungen zeigen im Allgemeinen, daß keine Unterschiede im Hinblick auf indirekt-permissive und direkt-autoritäre Hypnose bestehen, was die hypnotische Suggestibilität angeht.
Auch hinsichtlich anderer Parameter scheinen die Unterschiede gering zu sein.

Diese Ergebnisse stammen aus einer Reihe aus unterschiedlichen wissenschaftl. Studien und wurden keinesfalls von "der MEG"in Auftrag gegeben, wie gewisse Personen dies mutmaßen.

Was sich aus diesen Studien natürlich NICHT folgern lößt ist, daß indirekt-permissive und klassische Interventionen hinsichtlich des THERAPIEERFOLGES gleich sind.

Des Weiteren wurde die Aussagekraft dieser Studien aus einem anderen Grund infragegestellt worden:
"Ericksonsche Hypnose" (wenn dieser Ausdruck überhaupt seine Berechtigung hat) bedeutet eben nicht nur, möglichst permissiv und indirekt zu formulieren, sondern beispielsweise auch, eine Suggestion dem Kontext anzupassen und ggf. "vorzubereiten".

Demnach würde der "Ericksonsche" Hypnotiseur vllt zuerst einmal ein Fallbeispiel erzählen oder sonst etwas vorrausschicken, bevor er dann eine Double-Bind-Suggestion gibt.

Beispielsweise würde er vllt nicht suggerieren: "Ich weiß nicht, ob Sie jetzt gleich oder später in Trance gehen?", sondern würde zuerst erzählen, wie verschiedene Menschen in verschiedener Geschwindigkeit in Trance gehen und das vllt durch einige Fälle untermalen.

Es sieht so aus, als würde der Hypnotisand permissive und indirekte eben doch trotz ihrer Indirektheit und Permissivität als autoritäre und direkte Suggestionen empfinde/durchschauen, wenn sie nicht in einen entsprechenden Kontext eingebettet sind.

"Ericksonsche Hypnose" bedeutet demnach also nicht, möglichst viel indirekte und permissive formulierungen zu gebrauchen, sondern die Suggestionen an den Probanden/Klienten und den Kontext anzupassen und so zu formulieren und vorzubereiten, daß sie eine optimale Wirkung entfalten.

Wie sich leicht aus Ericksons Werken ersehen läßt, war er oftmals auch "klassisch". Ein langjähriger mitarbeiterbeteuerte, daß Erickson niemals indirekt vorging, nur um eben indirekt vorzugehen.
Vielmehr war Erickson in hohem Maße flexibel.

Eine "echte" Ericksonschen Hypnose, die in hohem maße der Ericksonschen Arbeit gerecht wird, ist demnach doch sicherlich um einiges anspruchsvoller, als auf teufel komm raus einfach alles permissiv und indirekt zu formulieren.
Oder wie seht ihr das?

LG Miraculus
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Die "Kunst" Ericksonscher Hypnose - Miraculus - 19.06.2010 16:28
RE: Die "Kunst" Ericksonscher Hypnose - Sandra - 19.06.2010, 19:37
RE: Die "Kunst" Ericksonscher Hypnose - Sandra - 20.06.2010, 07:49

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