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Individuelles Erleben
12.02.2010, 19:54
Beitrag: #1
Individuelles Erleben
Hallo zusammen,

der folgede Beitrag ist aus verschiedenen Postings entstanden, weshalb er nicht ganz einheitlich ist.

Was leider kaum irgendwo beschrieben ist, obwohl eigentlich ein hochinteressantes Thema, ist die Diversität bei der Reaktion auf hypnotische Suggestionen.

Hierzu einige Beispiele:

Positive Halluzinationen:

Einige Leute sehen eine positive Halluzination eher undurchsichtig und undeutlich, andere klar und realistisch. Im Lauf der Zeit werden die Halluzinationen gewöhnlich deutlicher, und man kann diesen Effekt häufig auch innerhalb einer kurzen Zeit erreichen, indem man suggeriert, daß die Halluzinationen deutlicher werden und etwas Zeit gibt.
Aber manche Leute haben auch von Anfang an absolut realistische Halluzinationen.

Nach meiner Erfahrung ist auch die Schnelligkeit, mit der eine Halluzination erzeugt wird, gut trainierbar, wenn sie nicht schon von Anfang an hoch ist.

Erstaunlicherweise kann es sein, daß jemand glaubt, eine Halluzination sei real, OBWOHL er sie eher unndeutlich und durchsichtig sieht.
Andere haben eine ganz realistische Halluzination, wissen aber, daß sie nicht echt ist.
Aber das schent durch Suggestion leicht beeinflußbar zu sein.
Nach meiner bisherigen Erfahrung kann man jemanden auch meistens dann recht leicht von ihrer Realität überzeugen, wenn sie schwach ist.

Die meisten negativen Halluzinationen, die ich gegeben habe, wurden "vollständig" unmgesetzt.
In manchen (aber keineswegs allen) Fällen dauerte es aber etwas, bis der negativ halluzinierte Gegenstand sich völlig aufgelöst hat bzw.völlig "weggescrumpft" war.

Es gibt aber auch "partielle" Erfolge, von denen berichtet wird.
Zum Beispiel gibt es in einer bekannten Suggestibilitätsskala ein Item, bei dem eine kleine Kiste negativ halluziniert wird.
Manche Leute sehen die Kiste überhaupt sofort nicht mehr, bei einigen verschwindet sie nach einiger Zeit (und taucht dann etwas später manchmal unvermittelt wieder auf, und verschwindet dann vllt. wieder erneut), wieder andere sehen einen Art undeutlichen Schatten in der Farbe der Box, wieder andere sehen die Kiste als irgendwie "durchsichtig".

Das heißt: Menschen können verschieden auf dieselbe Sugegstion reagieren.

Dasselbe gilt beispielsweise auch für die *hüstel* altehrwürdige Showhypnose-Suggestion, nach der der Proband das Publikum nackt sieht.

An einem anderen ORt haben kürzlich zwei Probanden geschildert, wie sie die Suggestionen umsetzten.
Die eine sah die Leute zwar weiterhin bekleidet - glaubte aber gleichzeitig subjektiv, daß sie nackt wären. Sie hat offenbar erhebliche dissoziative Fähigkeiten, wie auch ihr weiterer Bericht zeigte.

Eine andere Probandin setzte die Suggestion so um, daß sie die Leute im Allgemeinen nackt saht, aber den Intimbereich weiterhin bekleidet. (In diesem Fall hat die unvollständige umsetzung offenbar nichts mit "fehlender" Sugegstibiulität, sondern ihrer Persönlichkeit und Haltung zu tun.)

Dieselbe Vielfalt gibt es auch bei der Umsetzung von Amnesie-Suggestionen:
Man läßt Leute etwa ein Ereignis vergessen, das gerade stattgefunden hat.
Einige erinnern sich, finden es aber zu anstrengend, es zu sagen. Andere haben zwar Bilder für sich, können sie aber nicht in Worte fassen.
Wieder andere haben das Gefühl, daß es ihnen auf derzunge liegt, aber sie kommen nicht darauf. Andere haben das Gefühl, daß das Ereignis völlig weg ist.

Solche hochinteressanten Differenzen werden seltsamerweise kaum irgendwo in einem Buch beschrieben!


Zur Amnesie von Zahlen:

Wenn "nur" der Name vergessen wird, dann ist muß nur die Erinenrung blockiert werden. Wenn der Name (oder eine Zahl) aber ersetzt wird, dann muß man zugleich etwas Falsches glauben. Das ist sicher noch schwieriger.

Nach Tad James ist es auch schwieriger, eine Zahl vollständig zu vergessen, als wenn man ihren Namen nur nicht erinnert, aber weiß, daß es sie gibt. Ich denke mal, daß das stimmt.

Was allgemein die Schwierigkeit angeht, so gibt es eine grobe Aufteilung:

1. Einfache motorische Suggestionen (Senken des Armes, Levitation, Hände stoßen sich ab)
2. "Herausforderunde" Aufgaben ("Challange items"), bei denen man z.B. nicht aufstehen oder seinen Namen nicht aussprechen kann.
3. Kognitive Suggestionen, die allein oder in erster Linie das Denken und Wahrnehmen betreffen, z.B. Halluuzinationen, Amnesie, posthypnotischer Auftrag.

Die Schwierigkeit steigt im Allgemeinen von 1 üer zu 3 hin, wobei es natürlich auch hier immer auf den genauen Typ der Suggestion und das Individuum ankommt.

Zur "Schwierigkeit" visueller Halluzinationen:

Ich denke man kann aber nicht unbedingt sagen, daß z.B. eine positive visuelle Halluzination einfacher als eine negative ist. Es kommt immer darauf an.
Es ist sicherlich schwieriger, ein Kamel völlig realistisch zu halluzinieren als ein Streichholz negativ zu halluzinieren.

Gute und realistische visuelle und auditive Halluzinationen gehören aber zweifellos zu den "schwierigen" Phänomenen. Sie setzen zwar nicht vorraus, daß der Hypnotisand tief entspannat ode rstark absorbiert ist, und auch nicht, daß er sich subjektiv "tief hypnotisiert" fühlt, wobwohl natürlich all die genannten Bedingungen erfüllt sein KÖNNEN.
Was aber notwendig ist ist eine hohe Suggestibilität bzw, eine mentale Verfassung, in der der Proband zu diesem Zeitpunkt sehr suggestibel ist.
Wer gute Halluzinationen erzeugen kann, der reagiert gewöhnlich auch auf viele andere typische Testsuggestionen gut.

LG Miraculus
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