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Willkommen in Absurdistan
14.04.2010, 20:55
Beitrag: #11
RE: Willkommen in Absurdistan
Sehr Interessante Meinung!

Liebe Grüße
Niko
...............................................

Behandle dich selbst so, wie andere dich behandeln sollen.
http://www.hypnose-hilfe.com
http://www.hypnosering.de
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14.04.2010, 21:20
Beitrag: #12
RE: Willkommen in Absurdistan
(14.04.2010 15:39)Miraculus schrieb:  Hallo zusammen,

ich möchte mal einen Teil einer interessanten mail hier einstellen, die ich vor ein paar Jahren von einem ausländischen Hypnoseforscher erhalten habe, der wirklich zu den international führenden Experten für forensische Hypnose gehört. (Letztere beinhaltet auch Fragen um die potentielle "Gefährlichkeit" der Hypnose.)

Zur Hintergrundsinfo: Es geht unter anderem auch um die Argumentation eines israelischen Psychiaters, die das Verbot der Hypnose zum Ziel hatte. Ich fragte ihn auch, ob er meinem Zweifel zustimmt, daß man Hypnose hinreichend definieren kann, um sie gesetzlich zu regulieren.

Ich gebe die mail (in großen Teilen) einfach mal im englischen Original wieder und übersetze sie weiter unten.
Er schreibt, daß Hypnose erst einmal Sache der Kliniker war und erst relativ spät wissenschaftlich untersucht wurde.


"But in the meantime hypnosis became very
political, with lots of arguments about who should be allowed to use it. In
many western countries (and Israel and Australasia) the battle for ownership
has been between medically qualified practitioners (including dentists) and lay
practitioners (people who often have no relevant professional qualification but
who have been trained at private hypnotheraoy colleges).
[...]
Within this power struggle all practitioners are united against stage
hypnotists. While they may genuinely perceive stage hypnosis as distasteful
and potentially harmful, there is still these issues of self-interest, power and
ownership that influence their thinking and opinions.

In countries where laws have been passed to regulate who can use hypnosis,
the major impetus has come from the clinicians, not the academics or
researchers, and particularly the medical establishment. Because of this, the
definitions and descriptions of hypnosis contained in these laws tend to be
poorly conceived, naïve, and difficult to support by reference to the academic
and research literature.

Clinical hypnosis is very strong in Israel but academic and experimental
hypnosis is very weak there.
[...]
He [der Psychiater Moris Kleinhauz] and others
mounted a strong campaign to restrict the use of hypnosis in Israel and he
gathered together and published accounts of how people had (supposedly)
been harmed by the misuse of hypnosis by lay practitioners. It is very easy
to make a case that something is harmful and I personally find his arguments
very weak. However he and his colleagues succeeded.
[....]
I think it is very difficult to regulate hypnosis because it IS difficult to define"

Übersetztung:

"Aber inzwischen war Hypnose sehr politisch geworden, mit vielen Argumenten, wem es erlaubt sein sollte, sie zu benutzen. In vielen westlichen Ländern (und in Israel und Australien) fand die Schlacht um das Eigentümerrecht zwischen medizinisch qualifizierten Praktikern und Laienpraktikern statt (Leute die oft keine relavante medizinische Qualifikation besitzen, aber in privaten Hypnotherapie-Ausbildungsstätten trainiert wurden).
[...]
In diesem Machtkampf stehen alle Therapeuten[Mediziner und Laien] vereint gegen die Showhypnose. Während sie Bühnenhypnose tatsächlich als geschmacklos und potentiell gefährlich wahrnehmen mögen, gibt es da auch noch die Fragen von Eigeninteresse, Macht und Eigentümerschaft, die ihr Denken und ihre Meinungen beeinflussen.

In Ländern, in denen Gesetze erlassen wurden, wer Hypnose anwenden kann, kam der Anstoß hauptsächlich von den Klinikern, nicht von den akademischen Hypnotiseuren und Forschern, und insbesondere vom medizinischen Establishment. Deshalb neigen die in diesen Gesetzen enthaltenen Definitionen und Beschreibungen der Hypnose dazu, unausgereift und naiv zu sein, und es fällt schwer, sie durch die akademische und Forschungsliteratur zu untermauern.

Die klinische Hypnose ist sehr stark in Israel, aber die akademische und die experimentelle Hypnose sind dort sehr schwach.
[...]
Er [der Psychiater Moris Kleinhauz] und andere führten eine starke Kampagne durch, um die Anwendung der Hypnose in Israel einzuschränken, und er publizierte Berichte, wie Leute durch den uanangemessenen Gebrauch der Hypnose durch Laienpraktiker (angeblich) geschädigt wurden.
Es ist sehr einfach, Gründe dafür zu liefern, daß etwas schädlich ist, und ich persönlich halte seine Argumente für sehr schwach. Dennoch hatten er und seine Kollegen Erfolg.
[....]
"Ich denke, daß es sehr schwieirg ist, Hypnose [gesetzlich] zu regulieren, denn sie IST schwierig zu definieren."

Hallo Miraculus,

das ist eine sehr interessante Mail. Danke, dass wir sie lesen dürfen. Ja, ich denke auch, dass es sehr schwierig ist, Hypnose gesetzlich zu regulieren und definieren. Sie ist nicht wirklich greifbar...

Aber wenn jemand sie dringend regulieren und definieren will, wird er es auch tun.
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15.04.2010, 10:16 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.04.2010 10:20 von Miraculus.)
Beitrag: #13
RE: Willkommen in Absurdistan
Hallo Sandra,

je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Beispiele fallen mir ein, die dagegensprechen, daß man Hypnose regulieren kann, und desto absurder kommt mir die ganze Idee vor.

Vor einiger Zeit hat einer der "führenden" Hypnoseforscher und Kliniker Deutschlands eine Art "gutachten" erstellt, wonach "normalemenschen" ohne große psychotherapeutische Ausbildung nicht in der Lage wären, die Hypnose gefahrlos zu gebrauchen.
Er hat auch einen entsprechenden Leserbrief geschrieben, indem er sich ausdrücklich gegen all diejenigen "Laien" wendet, die Hypnose etwa zum Coaching einsetzten.

Das Problam ist nicht, daß der Mann nicht weiß, wie angreifbar seine Meinung ist.

Natürlich weiß er aufs Beste, daß es derart viele Hypnose-Verfahren gibt, die nur den Namen "Hypnose" gemein haben und teilse sogar einander entgegengesetzt sind, , daß praktisch (fast) alles als Hypnose betrachtet werden kann. Er weiß auch, daß es viele Fantasiereisen, Entspannungen, geleitete Imaginationen und selbst sehr informelle Techniken gibt, die sich nicht sinnvollerweise hinreichend klar von der Hypnose abgrenzen.
Er weiß auch bestens, daß es nicht ein einziges ernstzunehmendes Argument für die Gefährlichkeit der "Laienhypnose" gibt.
Er weiß, daß alle entsprechenden Behauptungen nichts als Spekulatioen sind, und daß starke Argumente gegen diese Auffassung sprechen.
Er weiß auch bestens, daß die führenden Experten sicherlich in der deutlichen Mehrheit seine Einschätzung nicht teilen würden.

Das alles weiß er haargenau. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, daß ihm all dieses Wissen durch und durch Wurst ist.
Und ob seine entsprechenden "gutachterlichen" Statements geltenden Regeln zuwiderlaufen und nicht obkjektiv und wissenschaftlich sind, und ob er damit andere Menschen potentiell ruiniert, interessiert ihn einen Dreck.
Die Lage der Hypnose in Deutschland ist eine Katastrophe. Gut, das war jetzt sehr untertrieben, ich will aber auf "deutlichere" Ausdrücke verzichten...
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