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Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
06.12.2008, 17:58
Beitrag: #1
Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
Hallo zusammen,

man kann bekanntlich durch Suggestion Veränderungen des Denkens und Wahrnehmens hervorrufen.
So kann man jemandem zum Beispiel suggerieren, ein alter Freund säße neben ihm, sobald er die Augen öffne.

Wenn die Suggestion gut gegeben und umgesetzt wird, haben wir es nicht nur mit "Pseudohalluzinationen" zu tun, wo der Proband vom Verstand her weiß, daß das halluzinierte Objekt nur Einbildung ist.

Vielmehr glaubt er subjektiv an den Realitätsgehalt des EIngebildeten. Es liegt dann eine "echte" Halluzination vor.

Zugleich aber zeigen "Trancelogik" und "hidden observer", daß der Halluzinierende auf gewisser subjektiver Ebene weiterhin Fiktion und Realität unterscheiden kann.

Was ich mich frage ist, wie "real" eine Halluzination für die betreffene Person wirklich ist, vor allem auf Gefühlsebene.

Früher war ich der Auffassung, daß die suggerierte Wirklichkeit für den Probanden wenigstens emotional sehr real ist.
Dafür sprechen die typischen Reaktionen, etwa bei der Bühnenhypnose. Die Probanden reagieren oft stark, z.B. mit Verwirrung, so, wie es angemessen erscheint.
Auch "gelang" es dem bekannten Neurologen Oskar Vogt, durch die Halluzination eines Wurmes (glaube ich) in einem Apfel eine generalisierte Obstphobie bei einer Versuchsperson zu erzeugen.

Des Weiteren können imaginierte Bilder eine wichtige therapeutische veränderung nach sich zu ziehen.

Es gibt allerdings einige Gesichtspunkte, die mich vermuten lassen, daß es so einfach auch nicht ist.

Bei relativ ausgedehnten eigenen Versuchen habe ich den Eindruck gewonnen, daß die Probanden eigentlich und primär selbst die kuriosesten Halluzinationen relativ neutral hinnehmen.
Ich ließ unter anderem ein Kamel durch die Wohnung eines Freundes spazieren. Der sah es und glaubte auch an die Existenz desselbigen, interessierte sich aber nicht dafür, sondern störte sich nur, daß es ihm die Sicht auf den Fernseher versperrte.

Nach meiner Erfahrung bietet sich mir provisorisch etwa das folgende Bild:
Der Halluzinierende (bei einer Suggestion in einer normalen psychischen Verfassung) begenet der veränderten Wirklichkeit "eigentlich" relativ neutral. Sie interessiert und fasziniert ihn vielleicht während der ersten Versuche, aber sie wühlt ihn nicht wirklich wesentlich auf.

Wenn er dennoch deutlich emotional reagiert, dann weil der Hypnotisand glaubt, daß man dies von ihm erwartet, daß die Situation es erfordert. Nach meinem Eindruck reagiert er dabei auch auf Stimme und Art des Hypnotiseurs.

Demnach wären die Gefühle, die jemand während einer Halluzination hat, wie auch sein ganzes Verhalten, weniger Ergebnis der Sinnestäuschung selbst als vielmehr der Erwartung an ihn.
Wnen er ein Kamel halluziniert und dann aufgeregt ist, dann nicht, weil das Kamel ihn so neugierig macht, sondern mehr, weil er (unterbewußt) glaubt, das dem Hypnotiseur (und den Zuschauern) schuldig zu sein.

Dafür sprechen auch Beispiele aus der Showhypnose.
Ich zitiere dazu Heap, der einige Exempel dafür anführt, wie Patienten einer Hypnotherapie sich von Subjekten einer Hypnoseshow unterscheiden:

"When told that they are riding a horse (perhaps in order to re-create feelings associated with their favourite pastime) patients may again show little change in their behaviour except perhaps for slight rhythmical movements of the body; contrariwise, stage participants respond wildly, jumping up and down in their chairs, slapping their thighs, and so on...."


"Wenn man ihnen sagt, daß sie ein Pferd reiten (vielleicht um Gefühle aus der liebsten Zeit der Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, mögen die Patienten wiederum wenig Veränderung in ihrem Verhalten zeigen, außer eventuellen leichtenrhytmischen Körperbewegungen; anders hingegen reagieren Bühnenteilnehmer lebendig, springen in ihren Stühlen auf und ab, schlagen auf ihre Schenkel, und so weiter..."
http://www.mheap.com/nature%20of%20hypnosis.html

Heap führt mehrere dieser Beispiele an. Er bemerkt, daß der Unterschied nicht daher herrührt, daß die Teilnehmer einer Show tiefer hypnotisiert seien - auch die klinischen Patienten haben oft sehr intensive Erfahrungen - sondern weil die Anforderungen der Situation verschieden sind.

Die Annahme, daß Fühlen und Handeln bei hypnotisch Halluzinierenden weniger von der Suggestion selbst als vielmehr von der Erwartung gesteuert sind, stützt sich auch auf einen Showhypnotiseur, der traumatische Erfahrungen suggeriert, wie etwa, daß er das Lieblingshaustier grausamst tötet oder daß man tollen Sex hat um dann plötzlich zu merken, daß die Partnerin die eigene Mutter ist.

http://briandavidphillips.typepad.com/br...hypno.html

Man braucht sich über den Geschmack nicht weiter zu streiten, und ohne Zweifel kann allein die Situation - unabhängig von Hypnose, Suggestion und Halluzination - sehr unangenehm sein.

Ohne dies in irgendeiner Weise verharmlosen oder relativieren zu wollen fällt aber doch eines auf.
Es passiert offenbar ertstaunlich wenig.

Würden all diejenigen, die die Suggestionen umsetzen und das Gesagte halluzinieren wirklich realistisch fühlen und glauben, was ihnen da gesagt wird, der gemeinte Showhypnotiseur könnte vermutlich mit Wäschekörben zu seinem Briefkasten gehen, weil er die Anwaltsbriefe sonst gar nicht mehr abholen könnte.

Ein erheblicher Teil seiner Opfer würde ohne jeden Zweifel gravierende psychische Störungen entwickeln, einschlißlichakuten Belastungsreaktionen, posttraumstischer Belastungsstörung, sexuellen Funktionsstörungen usw.
Es gäbe eine Katastrophe nach der anderen, Anzeigen, Klagen, Verfahren Zeitungaartikel, Bürgerinitiativen, behördliche Überprüfungen ohne Ende.

Daß es nicht dazu kommt erkläre ich mir so.
Unbewußtz wissen die Halluzinierenden ganz genau, daß das alles nur Show ist und (bis auf eine Blamage) nichts Schlimmes passiert. Der soziale Druck sorgt aber dafür, daß sie den Inhalt der Suggestionen subjektiv erleben und objektiv umsetzen. Dieses subkjektive Erleben muß dann aber wohl doch einigermaßen oberflächlich sein, etwa wie bei einem sehr guten Schauspieler, der zeitweise an seine Rolle glaubt.
Nichtsdestotrotz meine ich, daß solche absurden und menschenverachtenden SUggestionen dennoch schaden können.

Interessant ist allerdings, daß eine vorgestellte Wirklichkeit in anderen Fällen einen staarken Effekt auf die Psyche hat, was man ja auch in der Therapie nutzt.

Ich vermute, daß dieser Effekt davon abhängt, inwieweit das Ub ihn gebrauchen kann.

Wie seht ihr diese zusammenhänge?

LG Miraculus
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06.12.2008, 20:08
Beitrag: #2
RE: Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
Hallo Miraculus,

in erster linie denke ich das die Hypnotisierte Person genau das tut was auch verlangt wird... nicht mehr und nicht weniger.
Das heißt für mich aber auch, daß wenn alles Sinne in der Suggestion beinhaltet ist, die Person es auch in komplettheit erfahren wird.

Zitat:Demnach wären die Gefühle, die jemand während einer Halluzination hat, wie auch sein ganzes Verhalten, weniger Ergebnis der Sinnestäuschung selbst als vielmehr der Erwartung an ihn.
Wnen er ein Kamel halluziniert und dann aufgeregt ist, dann nicht, weil das Kamel ihn so neugierig macht, sondern mehr, weil er (unterbewußt) glaubt, das dem Hypnotiseur (und den Zuschauern) schuldig zu sein.

Ich weiß nicht ob jemand wirklich auf seien Mutter schießen würde, nur weil es von ihm erwartet wird.
In diesem Falle wurde einer VP die Realität so verstellt, dass er sich selbst in sehr großer Gefahr empfunden hatte. Er hat ohne zu zögern geschossen…
Ich glaube auch nicht das eine Brandblase auf der Haut gebildet werden würde, nur weil es erwartet wird…. usw. usw…

Ich selbst glaube dass es so gefühlt wird, und weniger geschauspielert wird.

Zitat:Bei relativ ausgedehnten eigenen Versuchen habe ich den Eindruck gewonnen, daß die Probanden eigentlich und primär selbst die kuriosesten Halluzinationen relativ neutral hinnehmen.
Ich ließ unter anderem ein Kamel durch die Wohnung eines Freundes spazieren. Der sah es und glaubte auch an die Existenz desselbigen, interessierte sich aber nicht dafür, sondern störte sich nur, daß es ihm die Sicht auf den Fernseher versperrte.

Auf anfragen hätte Dein Proband alles Mögliche an Erklärungen gefunden, warum sich jetzt im Zimmer ein Kamel einfindet. Er hat wie man sieht nur das umgesetzt was Suggeriert wurde, und wird immer (meist nur für sich selbst) ein oder mehrere Gründe dafür nennen können.

Mir fällt ein Beispiel ein das jemand sogar nach der Hypnose etwas tut, und es dann absolut Plausibel erklärt. In einer Doktorrunde über Hypnose wurde eine Ärztin Hypnotisiert. Ihr wurde ein Posthypnotischer Befehl erteilt, das wenn sie wieder wach ist.. sie ihren Schuh ausziehen wird und mitten auf dem Tisch legen würde.
Nach dem sie wieder aufgeweckt wurde, zog sie sich nach einer weile ihren Schuh aus und legte ihn kurzerhand mitten auf dem Tisch.
Auf anfragen der anderen anwesenden, warum sie das jetzt tun würde… nahm sie nach kurzem überlgen die Blumen aus der Vase die ebenfalls auf dem Tisch stand, steckte diese in ihrem Schuh hinein, und meinte sie wolle nur mal sehen wie das in der gesammtheit aussieht, denn zu Hause hat sie eine Vase die wie ein Schuh aussieht. Plausibel oder? Smile

Zitat:Die Annahme, daß Fühlen und Handeln bei hypnotisch Halluzinierenden weniger von der Suggestion selbst als vielmehr von der Erwartung gesteuert sind, stützt sich auch auf einen Showhypnotiseur, der traumatische Erfahrungen suggeriert, wie etwa, daß er das Lieblingshaustier grausamst tötet oder daß man tollen Sex hat um dann plötzlich zu merken, daß die Partnerin die eigene Mutter ist.

Ich bin mir fast sicher, das bei solchen Suggestionen das UB für den betroffenen kein schönes Programm entwickeln wird.

Zitat:Man braucht sich über den Geschmack nicht weiter zu streiten, und ohne Zweifel kann allein die Situation - unabhängig von Hypnose, Suggestion und Halluzination - sehr unangenehm sein.

Ich finde das nicht nur Geschmacklos, sondern gefährlich.

Zitat:Ohne dies in irgendeiner Weise verharmlosen oder relativieren zu wollen fällt aber doch eines auf.
Es passiert offenbar ertstaunlich wenig.

Zuerst einmal sind nicht alle Hypnose-Shows mit solchen Suggestionen gespickt.
Es gibt wohl schon ein paar, die meisten jedoch sind in England... Amerika zu finden.
Dort sind die Gesetzgebungen wohl etwas lockerer wie hier in Deutschland
Und ich glaube schon dass da mehr passiert als uns bekannt ist. Aber wo kein Kläger da kein Angeklagten.

Zitat:Daß es nicht dazu kommt erkläre ich mir so.
Unbewußtz wissen die Halluzinierenden ganz genau, daß das alles nur Show ist und (bis auf eine Blamage) nichts Schlimmes passiert. Der soziale Druck sorgt aber dafür, daß sie den Inhalt der Suggestionen subjektiv erleben und objektiv umsetzen. Dieses subkjektive Erleben muß dann aber wohl doch einigermaßen oberflächlich sein, etwa wie bei einem sehr guten Schauspieler, der zeitweise an seine Rolle glaubt.
Nichtsdestotrotz meine ich, daß solche absurden und menschenverachtenden SUggestionen dennoch schaden können.

Ich erkläre mir das so: Da das Bewusstsein zu einem Teil noch dabei ist, glaubt der Mensch Bewusst dass das ja nur eine Show ist. Auch wenn der betroffene es merkt das er (sein UB) Dinge tut das er Bewusst gar nicht so recht verstehen kann… das Bewusstsein sagt sich, macht nichts es ist nur Show.

Und wenn später irgendwelche Störungen auftreten, wer sollte darauf kommen das es mit der Show zu tun hat, zumal den meisten die ich gefragt habe… meist die Erinnerung dazu völlig fehlt.Sad

Liebe Grüße
Niko
...............................................

Behandle dich selbst so, wie andere dich behandeln sollen.
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07.12.2008, 14:32
Beitrag: #3
RE: Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
Hallo Miraculus,

dann mach ich mich mal an die Arbeit, Dein Post durchzuarbeiten. Smile


(06.12.2008 17:58)Miraculus schrieb:  Hallo zusammen,

man kann bekanntlich durch Suggestion Veränderungen des Denkens und Wahrnehmens hervorrufen.
So kann man jemandem zum Beispiel suggerieren, ein alter Freund säße neben ihm, sobald er die Augen öffne.

Wenn die Suggestion gut gegeben und umgesetzt wird, haben wir es nicht nur mit "Pseudohalluzinationen" zu tun, wo der Proband vom Verstand her weiß, daß das halluzinierte Objekt nur Einbildung ist.

Vielmehr glaubt er subjektiv an den Realitätsgehalt des EIngebildeten. Es liegt dann eine "echte" Halluzination vor.

Zugleich aber zeigen "Trancelogik" und "hidden observer", daß der Halluzinierende auf gewisser subjektiver Ebene weiterhin Fiktion und Realität unterscheiden kann.

Was ich mich frage ist, wie "real" eine Halluzination für die betreffene Person wirklich ist, vor allem auf Gefühlsebene.

Wenn es, wie Du schreibst, eine echte Halluzination ist, ist die Gefühlsebene sehr real. Halluzination bedeutet ja, dass es für die betreffende Person einen Realitätscharakter hat. D.h., sie kann nicht von der Realität unterschieden werden. Von daher, beantwortet sich die Frage von selber finde ich. Wink

(06.12.2008 17:58)Miraculus schrieb:  Früher war ich der Auffassung, daß die suggerierte Wirklichkeit für den Probanden wenigstens emotional sehr real ist.
Dafür sprechen die typischen Reaktionen, etwa bei der Bühnenhypnose. Die Probanden reagieren oft stark, z.B. mit Verwirrung, so, wie es angemessen erscheint.
Auch "gelang" es dem bekannten Neurologen Oskar Vogt, durch die Halluzination eines Wurmes (glaube ich) in einem Apfel eine generalisierte Obstphobie bei einer Versuchsperson zu erzeugen.

Des Weiteren können imaginierte Bilder eine wichtige therapeutische veränderung nach sich zu ziehen.

Es gibt allerdings einige Gesichtspunkte, die mich vermuten lassen, daß es so einfach auch nicht ist.

Nach meiner Erfahrung bietet sich mir provisorisch etwa das folgende Bild:
Der Halluzinierende (bei einer Suggestion in einer normalen psychischen Verfassung) begenet der veränderten Wirklichkeit "eigentlich" relativ neutral. Sie interessiert und fasziniert ihn vielleicht während der ersten Versuche, aber sie wühlt ihn nicht wirklich wesentlich auf.

Wenn er dennoch deutlich emotional reagiert, dann weil der Hypnotisand glaubt, daß man dies von ihm erwartet, daß die Situation es erfordert. Nach meinem Eindruck reagiert er dabei auch auf Stimme und Art des Hypnotiseurs.

Was genau läßt Dich das glauben? Ich denke nicht, dass die Stimme des Hypnotiseurs ausreicht, um deutlich emotional zu reagieren. Mit Showhypnose hab ich nun keine Erfahrung. Aber mit Klienten in meiner Beratung. Und die Emotionen, die sie haben in einer Trance, sind ganz unabgängig von meiner Stimme. Sie sind das, was sie momentan empfinden.

Zitat:Demnach wären die Gefühle, die jemand während einer Halluzination hat, wie auch sein ganzes Verhalten, weniger Ergebnis der Sinnestäuschung selbst als vielmehr der Erwartung an ihn.
Wnen er ein Kamel halluziniert und dann aufgeregt ist, dann nicht, weil das Kamel ihn so neugierig macht, sondern mehr, weil er (unterbewußt) glaubt, das dem Hypnotiseur (und den Zuschauern) schuldig zu sein.

Reicht mir nicht als Schlußfolgerung.Überzeugt mich einfach nicht. Wenn Suggestionen gegeben werden, dass er ein Kamel sieht und es ihm als Attraktion angekündigt werden, wird er auch sensationell drauf reagieren. Werden die Suggestionen gegeben, als wäre es das normalste der Welt ein Kamel im Wohnzimmer zu haben, wird er auch dementsprechend reagieren.


[/quote]
Dafür sprechen auch Beispiele aus der Showhypnose.
Ich zitiere dazu Heap, der einige Exempel dafür anführt, wie Patienten einer Hypnotherapie sich von Subjekten einer Hypnoseshow unterscheiden:

"Wenn man ihnen sagt, daß sie ein Pferd reiten (vielleicht um Gefühle aus der liebsten Zeit der Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, mögen die Patienten wiederum wenig Veränderung in ihrem Verhalten zeigen, außer eventuellen leichtenrhytmischen Körperbewegungen; anders hingegen reagieren Bühnenteilnehmer lebendig, springen in ihren Stühlen auf und ab, schlagen auf ihre Schenkel, und so weiter..."
http://www.mheap.com/nature%20of%20hypnosis.html

Heap führt mehrere dieser Beispiele an. Er bemerkt, daß der Unterschied nicht daher herrührt, daß die Teilnehmer einer Show tiefer hypnotisiert seien - auch die klinischen Patienten haben oft sehr intensive Erfahrungen - sondern weil die Anforderungen der Situation verschieden sind.

Die Annahme, daß Fühlen und Handeln bei hypnotisch Halluzinierenden weniger von der Suggestion selbst als vielmehr von der Erwartung gesteuert sind, stützt sich auch auf einen Showhypnotiseur, der traumatische Erfahrungen suggeriert, wie etwa, daß er das Lieblingshaustier grausamst tötet oder daß man tollen Sex hat um dann plötzlich zu merken, daß die Partnerin die eigene Mutter ist.

http://briandavidphillips.typepad.com/br...hypno.html

Man braucht sich über den Geschmack nicht weiter zu streiten, und ohne Zweifel kann allein die Situation - unabhängig von Hypnose, Suggestion und Halluzination - sehr unangenehm sein.

Ohne dies in irgendeiner Weise verharmlosen oder relativieren zu wollen fällt aber doch eines auf.
Es passiert offenbar ertstaunlich wenig.[/quote]

Ich bin mir nicht sicher, dass erstaunlich wenig passiert, denn was wirklich passiert, wird kaum ein Showhypnotiseur erfahren. Denn ich bin mir sicher, dass psychische Störungen nicht mit einer lapidaren Showhypnose in Verbindung gebracht werden. Da viele Hypnotisanden teils im somnambulen Zustand sind, wissen sie nicht mehr was passiert ist auf der Bühne.

[/quote]
Würden all diejenigen, die die Suggestionen umsetzen und das Gesagte halluzinieren wirklich realistisch fühlen und glauben, was ihnen da gesagt wird, der gemeinte Showhypnotiseur könnte vermutlich mit Wäschekörben zu seinem Briefkasten gehen, weil er die Anwaltsbriefe sonst gar nicht mehr abholen könnte.[/quote]

siehe Antwort über diesem Abschnitt...

Zitat:Ein erheblicher Teil seiner Opfer würde ohne jeden Zweifel gravierende psychische Störungen entwickeln, einschlißlichakuten Belastungsreaktionen, posttraumstischer Belastungsstörung, sexuellen Funktionsstörungen usw.
Es gäbe eine Katastrophe nach der anderen, Anzeigen, Klagen, Verfahren Zeitungaartikel, Bürgerinitiativen, behördliche Überprüfungen ohne Ende.

Wie gut, dass solche Showhypnosen in Deutschland strikt verboten sind.

Zitat:Daß es nicht dazu kommt erkläre ich mir so.
Unbewußtz wissen die Halluzinierenden ganz genau, daß das alles nur Show ist und (bis auf eine Blamage) nichts Schlimmes passiert. Der soziale Druck sorgt aber dafür, daß sie den Inhalt der Suggestionen subjektiv erleben und objektiv umsetzen. Dieses subkjektive Erleben muß dann aber wohl doch einigermaßen oberflächlich sein, etwa wie bei einem sehr guten Schauspieler, der zeitweise an seine Rolle glaubt.

[quote]Ersteinmal glaube ich, dass ein Showhypnotisand unbewußt weiß, dass es nur Show ist.
Er weiß es bewußt. Unbewußt führt er die Suggestionen des Hypnotiseurs aus.


Das widerspricht sich meiner Meinung nach mit Deiner Äußerung:

Zitat:Würden all diejenigen, die die Suggestionen umsetzen und das Gesagte halluzinieren wirklich realistisch fühlen und glauben, was ihnen da gesagt wird, der gemeinte Showhypnotiseur könnte vermutlich mit Wäschekörben...

Zitat:Interessant ist allerdings, daß eine vorgestellte Wirklichkeit in anderen Fällen einen staarken Effekt auf die Psyche hat, was man ja auch in der Therapie nutzt.

Ich vermute, daß dieser Effekt davon abhängt, inwieweit das Ub ihn gebrauchen kann.

Schön, dass Du nach all der Sowhypnose wieder zum wichtigen übergehst... dem Sinn der eigentlichen Hypnose. Sie würde nicht erfolgreich sein, wenn vorgestellte Wirklichkeiten nicht umsetztbar wären für das UB.
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07.12.2008, 15:36
Beitrag: #4
RE: Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
Zum Thema subjektive Wirklichkeit... Wink

lies doch einmal hier...
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07.12.2008, 16:47
Beitrag: #5
Star RE: Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
Hallo zusammen,

das verspricht ja mal eine richtig interessante Diskussion zu werden. Ich hoffe morgen zu einer Antwort zu kommen.
Obwohl ich Eure Beiträge, Nico und Sandra, sehr schätze und mich sehr über sie freue, finde ich es nur etwas schade, daß von den übrigen Leuten die meisten sich mit dem Schreiben fast immer "vornehm" zurückhalten.
Aber das ist wohl ein Problem der meitsen Foren. Dodgy
Der "Mutismus" ( http://de.wikipedia.org/wiki/Mutismus ) ist viel weiter verbreitet als gemeinhin angenommen. Tongue

LG Miraculus
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07.12.2008, 16:57
Beitrag: #6
RE: Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
Ich kam leider noch nicht dazu heute, aber Sandra war ja schon so lieb und hat den Link hier reingesetzt. Smile
Dieser Beitrag wie das Gehirn Wirklichkeit konstruiert, ist nicht uninteressant.

Liebe Grüße
Niko
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07.12.2008, 17:15
Beitrag: #7
RE: Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
Hi Miraculus,

Zitat:das verspricht ja mal eine richtig interessante Diskussion zu werden. Ich hoffe morgen zu einer Antwort zu kommen.
Obwohl ich Eure Beiträge, Nico und Sandra, sehr schätze und mich sehr über sie freue, finde ich es nur etwas schade, daß von den übrigen Leuten die meisten sich mit dem Schreiben fast immer "vornehm" zurückhalten.
Aber das ist wohl ein Problem der meitsen Foren.

Ja finde ich auch etwas schade, aber gut mitgelesen ist auch schon etwas. Wink
Nein ich denke unser Forum hier ist noch etwas Jung auf den Beinen, aber das wird schon.
Ich auf jedenfall bin froh Dich hier zu lesen. Smile

Zitat:Der "Mutismus" ( http://de.wikipedia.org/wiki/Mutismus ) ist viel weiter verbreitet als gemeinhin angenommen.

Und schon wieder habe ich einen neuen Begriff aus der Medizin gelernt.

Zitat:Wikipedia: Die psychisch und nicht organisch bedingten Sprechstörungen (als Entwicklungsstörungen) wie der Mutismus...

Wenn das also psychisch bedingt ist, gibt es zum Glück heut zu tage einige Methodiken die zu Besserung führen können.

Liebe Grüße
Niko
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07.12.2008, 17:33
Beitrag: #8
RE: Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
Hallo Smile

Ich denke da mehr wie Niko. Es ist ein junges Forum! Kommt Zeit, kommen mehr User.

Ich denke aber auch, es ist ein gruppendynamisches Problem. Wir wenigen, die schreiben, sind für andere eine Gruppe. Eine Gruppe, in die sie erst reinfinden müssen. Es sich von außen betrachten und abwägen, ob oder ob nicht... Ich kenne es aus anderen Foren, wo ein User sein erstes Post schreibt und mit den Worten beginnt: "Ich lese schon seit einigen Monaten regelmäßig mit und erst heute traue ich mich..."

So lange muß nur keiner warten. Jeder Mitschreiber ist herzlich Willkommen. Ob wissend über die Themen hier oder interessierter Neuling.

@Miraculus: dann bin ich gespannt auf Deine Antworten. Smile
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07.12.2008, 18:34
Beitrag: #9
RE: Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
Hallo,

also,ich fühle mich jetzt gerade mal angesprochen. Auch ich lese viel mit, schreibe hin und wieder einen oder mehrere Kommentare, bin aber - um ganz ehrlich zu sein - mit den Beiträgen von dir, Miraculus, etwas überfordert.

Die sind mir irgendwie immer zuuu - wie soll ich sagen? Hmmm, zu speziell - so,als ob du auch als Hypnotiseur arbeitest,ganz bestimmte Dinge machst - wie z.B. experimentieren bei bzw. mit zu hypnotisierenden Personen (ich denke da an das Kamel im Wohnzimmer - und frage mich ganz ehrlich,welchen Sinn das haben soll)?

Selbst wenn es Freunde sind von dir, ich kann mich mit dieser Art der Hypnose nicht anfreunden.
Ich will dir wirklich nichts, nicht dass du das jetzt denkst. Es muss jeder selber wissen,was er macht, ich wollte das nur mal loswerden und hoffe, du nimmst es mir nicht übel Shy.

Einen schönen Sonntagabend wünsche ich aber trotzdem Smile

Wenn nicht ICH etwas für mich tue, wer denn dann??

Brigitte
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07.12.2008, 20:08
Beitrag: #10
RE: Halluzinationen als subjektive Wirklichkeit?
Und schon ist der nächste Mitschreiber bei diesem Thema dabei. Smile

Brigitte ich glaube nicht das Miraculus Dir böse sein wird, ganz im Gegenteil wird er Dir erklären was für hintergründe dahinter stecken. Smile

Liebe Grüße
Niko
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