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Glaube und Erwartung
18.12.2008, 21:47 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.12.2008 21:48 von Miraculus.)
Beitrag: #1
Glaube und Erwartung
Hallo zusammen,

daß Glaube und Erwartung im Leben allgemein und besonders in der Hypnose eine wichtige Rolle spielen, ist sicher allgemein bekannt.

Wie sehr sich die Erwartung auf die hypnotische Suggestibilität auswirken kann zeigt der folgende Vesuch.

Bevor man mit Probanden einer Gruppe Hypnosetests durchführte, suggerierte man ihnen auditive und visuelle Halluzinationen. Tatsächlich erzeugte man diese Effekte jedoch künstlich, z.B. durch Lampen und Tonträger. Man nutzte dabei das Phänomen, daß es an der Wahrnehmungsgrenze schwierig ist, eigene Einbildung von der Wahrnehmung unterscheiden kann.

In einer anderen Gruppe gab man den Probanden ausgefüllte Fragebögen zurück mit der Versicherung, sie seien ausgezeichnete hypnotische Subjekte, bevor man sie testete.


In einer dritten Gruppe kombinierte man beide Verfahren: Die "falschen" Halluzinationen und die verbale Bestätigung.

Eine vierte Gruppe hypnotisierte und testete man einfach ganz normal, ohne etwas davor zu machen.

Die Gruppe mit dem positiven Feedback schnitt besser ab als die "unbehandelten" Vps aus der vierten Gruppe; aber eine deutlich stärkere Wirkung hatten die getürkten Halluzinationen. Die Gruppe, wo beides gemacht wurde, zeigte aber die höchste Suggestibilität.
Und dieser Effekt war ausgesprochen stark.

Bei denen, die einfach nur hypnotisiert und dann getestet worden war, gab es beim Test nach der SHSS:C, einer oft verwendeten Skala, gut 20% Niedrigsuggestible, ca. 70% Mittelsuggestible und nicht einmal 10% Hochsuggestible.

Bei der Gruppe mit den fingierten Halluzinationen und dem verbalen Feedback gab es dagegen überhaupt keine Niedrigsuggestiblen, dafür 27% Mittelsuggestible und 73% Hochsuggestible.

Die Verfahren zur Steigerung der Erwartung hatten also einen enorm starken Effekt auf die Suggestibilität, der viel ausgeprägter ist als z.B. die Effektivität einer Induktion im Laborversuch.

Auch in der Psychotherapie wurde übrigens erwiesen, daß eine positive Erwartung einen günstigen Effekt hat.

Für erfolgreiche Hypnose, experimentell, psychotherapeutisch oder im Coaching spielt also die positive Erwartung eine sehr wichtige Rolle. Je stärker und je sicherer sie ist, desto besser.

LG Miraculus
Hallo zusammen,

noch etwas Interessantes als Ergänzung, nämlich eine Illuustration des oben beschriebenen Versuches von Irving Kirsch und Cynthia Wickless.

Man siehe dazu die folgende Seite, wobei man den Text nicht lesen muß, sondern nur auf die Grafik in der Mitte zu achten braucht.

http://www.hypnosisandsuggestion.org/mod...ility.html

Ich erkläre sie kurz.
Von links nach rechts auf der x-Achse ist die jeweilige Anzahl der "gering Hypnotisierbaren", "mittel Hpnotisierbaren" und "Hochhypnotisierbaren" abgebildet.
Die y-Achse (nach oben) hält die Anzhal der jeweiligen Personen absoliut und in prozenten fest.

Die weißen Säulen sind der erste Versuch. Es wurde eine ganz normale Induktion durchgeführt, danach die Suggestibilitätstests mit der SHSS:C.
Wie sich zeigt, fallen recht wenige unter "low", also geringsuggetibel. Die Säule ist nicht sehr hoch.
Aber bei "medium", also "mittelsuggestibel ist sie sehr hoch". und richtig klein ist sie bei "high", also "hochsuggestibel" od. "hochhypnotisierbar".

Die mesiten liegen also im Mittelfeld der SUggestibilität, es gibt wenige "lows" und noch weniger "highs".

Nun achte man auf die blauen Säulen. Das ist dasselbe Experiment wie oben, nur hat man diesen Leuten gesagt, sie seien sehr suggestibel, das wissen man von den Fragebögen.
Wie man sieht ist die Verteilung ähnlich, auch wenn es nun mehr "hhighs" und weniger "lows" gibt.

Und nun zu den interessanten Teilen.
Die roten Balken, das ist die Gruppe, der man durch "getürtkte" Halluzinationen, durch Tricks also, das Gefühl gegeben hat, sehr gut auf Hypnose zu reagieren.
Beispielsweise suggerierte man ihnen Röte zu sehen und erzeugte den Effekt geschickt durch eine versteckte Glühbirne.
Wie man sieht hat sich nun alles verändert.
Die Säule bei den "lows" ist klein, die bei den "mediums" medium und die bei den "highs" high.
Anders gesagt. nun gab es wenige Geringsuggestible, mittelviele mittelsuggestible und viele Hochsuggestible.

Und nun das Interessanteste, die schwarzen Säulen. Die letzte Grupe. Bei der machte man beides: Man sagte ihnen, daß sie sehr suggestibel sind, als man mit ihnen die Fragebögen besprach, und man erzeugte bei ihnen technisch die Illusion, auf Suggestion hin halluziniert zu haben.

Das Ergebnis ist frappierend:
Es gibt bei den lows nun überhaupt keinen schwarzen Balken mehr, weil es nämlich keine lows gab. Der Balen bei "medium" ist relativ gering, weil nur die Minderheit mittelsuggestibel war.
Dafür ist er bei "high" groß, weil die allermisten als "hoochsuggestibel" abschnitten.

Der Effekt auf die Steigerung der Suggestibilität ist also enorm und weit stärker als bei jedem anderen mir bekannten standardisierten psychologischen oder medikamentösen Verfahren.

Die Erwartung hat also einen überragenden Effekt auf die Hypnotisierbarkeit.

Obwohl diese Ergebisse von sehr prominenten Wissenschaftlern publiziert wurden und allgemein bekannt sind, wird ihre Relevanz m.E in der Hypnosewissenschaft unterschätzt....

LG Miraculus
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18.12.2008, 22:47
Beitrag: #2
RE: Glaube und Erwartung
Hallo Miraculus,

Zitat:Für erfolgreiche Hypnose, experimentell, psychotherapeutisch oder im Coaching spielt also die positive Erwartung eine sehr wichtige Rolle. Je stärker und je sicherer sie ist, desto besser.

Erwartung ist sehr wichtig und so ähnlich erging es heute einem Klient von mir. Wir steckten zusammen für ihn Ziele ab, dann erzählte ich ihm wie es gleich nachher in Trance ablaufen würde... das Lösungsansätze nicht das Bewusstsein treffen würde, vielmehr im UB der Schaltzentrale seines ich´s Lösungen für geschehenes angegangen werden könnten, um für die Zukunft etwas ganz wichtiges, nämlich die positive Erwartung zu spüren, das die erwartete Ziele so langsam dem Bewusstsein zugeflüstert wird. Big Grin
Als mein Klient fragte, er hätte nicht ganz folgen können in meiner Ausführung.. sagte ich, das macht rein gar nichts, das wichtigste ist verstanden worden von einer Instanz die jetzt die ganze Zeit zuhört, das lösen kreieren und sogar Zaubern kann... las Dich überraschen und sei voller Erwartung.
Shy

Zitat:Die Erwartung hat also einen überragenden Effekt auf die Hypnotisierbarkeit.

Kann man nicht oft genug wiederholen.

Liebe Grüße
Niko
...............................................

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