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Defination der Psychose
24.12.2008, 13:04
Beitrag: #1
Defination der Psychose
Hallo zusammen... Smile

hier eine kleine Defination der Psychose.

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Eine Psychose ist eine seelische Störung, bei der die Beeinträchtigung der psychischen Funktionen ein solches Ausmaß erreicht hat, dass dadurch Realitätsbezug, Einsicht und Fähigkeiten zu sehr gestört sind, um einigen der üblichen Lebensanforderungen noch zu entsprechen (Definition der Weltgesundheitsorganisation - WHO)
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Leider gibt es bisher immer noch kein allgemein gültiges Therapie-Konzept.

Liebe Grüße
Niko
...............................................

Behandle dich selbst so, wie andere dich behandeln sollen.
http://www.hypnose-hilfe.com
http://www.hypnosering.de
http://www.meditrance.net
http://www.webdesign-oglas.de
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24.12.2008, 16:06
Beitrag: #2
RE: Defination der Psychose
Hallo Niko,

danke. Smile
Die Def. ist im Grunde jedoch problematisch....es gibt psychosen, die nur bedingt das Leben einschränken und Neurosen, die es deutlich tun. Ich stelle dazu noch was rein:

Früher benutzte man den Begriff ausgedehnter und ließ auch Depression und Manie darunter fallen, die sog. "affektiven Psychosen".

Inzwischen gebraucht man das Wort aber meist eingeschränkter.
Im Kern sind Psychosen Geisteskrankheiten mit schwerwiegendem Realitätsverlust wie Halluzinationen, Wahn und schizophrenen Ich-Störungen.
(Was eine Ich-Störung ist wird noch erläutert. Ein Beispiel mag hier genügen, nämlich Gedankeneingebung: Der Patient glaubt, daß seine Gedanken etwa durch Telehypnose oder Strahlung von anderen erzeugt oder manipuliert werden.)

Daneben gelten im weiteren Sinne als psychotische Störung andere Verhaltensweisen der starken Desorganisation und des Realitätsverlustes, etwa starke Erregungszustände oder katatone Verhaltensstörungen. Zu letzteren gehört z.B. der schizophrene Stupor, also eine stark reduzierte Bewegung bis hin zum Erstarren.

Zur Psychose gehören organische - also körperlich bedingten - Psychosyndromen (wie z.B. bei entzündlichen Prozessen im Gehirn oder bei Drogen), die schon erwähnte Schizophrenie, sog. wahnhafte Störungen, und bestimmte Formen von Depression und Manie und einige andere Typen.

"Neurotische" Störungen dagegen sind Probleme außerhalb der Geisteskrankheiten, weniger schwere Fälle. Dazu gehören z.B. Platzangst oder eine Zwangserkrankung.


Ich denke, der Themenschwerpunkt sollte die Schizophrenie sein, kurz sollten aber auch wahnhafte Störungen, organische Psychosen, psychotische Depression und Manie mit psychotischen Symptomen gestreift werden.

Schizophrenie ist eine der interessantesten und häufigsten Psychosearten.
Für sie ist besonders der "bizarre", völlig absurde, nicht nachvollziehbare Wahn charakteristisch.
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24.12.2008, 21:34
Beitrag: #3
RE: Defination der Psychose
Tja wer sagt´s denn... man muß nur fragen. Wink
Vielen Dank für die genauere Informationen.Smile

Liebe Grüße
Niko
...............................................

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02.01.2009, 10:39
Beitrag: #4
RE: Defination der Psychose
Hallo Niko,

noch ein paar Ergänzungen.
Leider ist dieses (wichtige) Thema etwas komplex, daher ist der Beitrag nicht ganz kurz.
Ggf. kann man ja in Etappen lesen, oder auch gar nicht, es ist ja nur ein Angebot. Cool

angen wir mit der Schizophrenie an.
Ich verlinke hier mal die drei Filmchen, die zusammen eine Dokumentation ergeben.

Das ist ergiebiger als viele Worte.

http://www. youtube.com/watch?v=KpRDlUwGino
http://www. youtube.com/watch?v=LIaAo5NsWIc
http://www. youtube.com/watch?v=IZHuw3nMpOU

Jeweils ziemlich zu Anfang des ersten und zweiten Filmes sind Interviews mit Schizophrenen aufgezeichnet, die akut an einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie leiden.
Der Patient in Film 2 ist der wahnhaften Überzeugung, daß die von ihm halluzinierten Stimmen real sind.
Es handelt sich somit um "richtige" und nicht um Pseudohalluzinationen - letztere treten z.B. beim Abklingen einer Psychose unter Medikamenten auf.

Schizophrenie ist ein sehr umfangreiches und schwieriges Gebiet, und trotz intensiver Forschung sind selbst ganz fundamentale Fragen nicht beantwortet.
Hier kann nur ein ganz einfacher und auch etwas vereinfachender Einblick möglich sein, es gibt jedoch im www. gute Quellen.

Schizophrenie ist vielgestaltig. Es gibt verschiedene Subtypen. Der wichtigste ist die paranoide od. paranoid-halluzinatorische Schizophrenie.
Dabei ist das Bewußtsein gewöhnlich klar und erhalten, der Patient ist orientiert, leidet aber in bestimmten Zusammenhängen an Realitätsverlust.

Auch gibt es verschiedene Grade, in denen die Krankheit das Leben und die Alltagskompetenz der Betroffenen einschränkt.
Manche leiden an schizophrenen Wahnvorstellungen, sind aber auf allen anderen Gebieten zu klarem und einsichtigen Denken fähig und wirken so, bis auf die Krankheit, normal, so daß die Psychose einem Außenstehenden nicht auffallen muß.
In anderen Fällen kommt es zu einer schweren psychotischen Krise mit Not-Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus.

Bei Schizophrenie ist die gedankliche Assoziation - die logische und inhaltlische Verbindung der Gedanken - gelockert, mal mehr, mal nur wenig.
Dies zeigt sich oft an sog. formalen Denkstörungen:
Beispielsweise endet ein Gedankengang plötzlich, man spricht vom "Gedankenabreißen", oder die einzelnen Gedanken haben wenig inhaltlichen Bezug und liegen unzusammenhängend nebeneinander, oder Abstraktes wird konkret verstanden oder umgekehrt.

Es kommt zum Verlust der "Meinhaftigkeit", und die Grenzen von Ich und Umwelt lösen sich auf.
Der Schizophrene hört seine eigenen Gedanken als fremde Stimmen, er glaubt, daß seine Gedanken ihm weggenommen werden, oder daß er wie eine Marionette fremdgesteuert wird, oder daß seien Geadanken nicht seien sind, sondern ihm von anderen in den Kopf gegeben werden.

Es kommt zu einem gewissen Verlust der Beziehung zu anderen, mehr oder weniger ausgeprägt (Autismus).

Die eigentlich psychotischen Phänomene sind Wahn, Halluzinationen und Ich-Störungen, die beim paranoid-halluzinatorischen Syndrom auftreten, aber nicht immer alle.

Der Wahn des Schizophrenen ist oft "bizarr", im Gegensatz zu den gewöhnlich nicht so unrealistischen Ideen bei körperlich begründeten Psychosen.
Er ist absurd, er handelt von Vorstellungen, die unrealistisch und uneinfühlbar sind.
Es sind Ideen, die auch in der jeweiligen Kultur nicht nachvollziehbar sind.

Dazu gehört z.B. der Wahn, eine andere Person zu sein, oder der Wahn, das Wetter bestimmen zu können.
Oft tritt bei der Schizophrenie jedoch der Verfolgungswahn auf, der Wahn überwacht zu werden, etwa durch Behörden oder Außerirdische, oder vergiftet, oder sonstwie geschädigt.
Oft handelt es sich um ein regelrechtes "Wahngebäude".


Bei den Halluzinationen überwiegen die akustischen. Es sind oft bedrohliche oder kommentierende Stimmen, manchmal sprechen sie über den Patienten. (Allerdings ist nicht jeder, der Stimmen hört, schizophren.)
Hier mögen die verlinkten Kurzfilme als Beispiel dienen.
Der Patient "hört" manchmal z.B. auch, wie Nachbarn oder Arbeitskollegen über ihn tuscheln, wenn in Wahrheit nichts da ist.
Es kann aber häufig auch zu zahlreichen anderen Wahrnehmungsveränderungen.


Zu den "Ich-Störungen" gehören neben Derealisation und Depersonalisation - der Entfremdung von der Umwelt und von sich selbst - vor allem:

- Gedankenentzug (Gedanken werden z.B. durch spezielle Mikrofone abgehört)
- Gedankenausbreitung (andere oder alle Menschen können wahrnehmen, was der Schizophrene denkt)
- Gedankeneingebung (Gedanken werden durch Strahlungg, Hypnose oder sonstwie eingegeben oder manipuliert)
- andere Fremdbeeinflussungserlebnisse (der Schizophrene hat z.B. das Gefühl, von anderen gesteuert zu werden und fühlt sich als "Gliederpuppe").

Zusammenfassend kann man sagen:

"Der Erkrankte nimmt seine Umgebung verändert wahr. Dazu gehören beispielsweise Störungen der äußeren Wahrnehmung, optische und/oder akustische Halluzinationen. Der Kranke kann überempfindlich werden gegenüber Geräuschen, Gerüchen und Geschmack; das Zeiterleben kann sich verändern. Auch kann z.B. die ganze Welt in einen so intensiven persönlichen Bezug zu dem Erkrankten treten, dass der Kranke jedes Geschehen als speziell auf sich bezogen erlebt und es eine besondere Bedeutung für ihn erhält. Er kann das Gefühl haben, dass andere Personen seine intimsten Gedanken oder Gefühle lesen bzw. hören können oder sie sogar beeinflussen. Es ist gut verständlich, dass der Patient alle in seinem kulturellen Hintergrund und nach seinen bisherigen Lebenserfahrungen geläufigen Erklärungen anführt, um diese Veränderung dingfest zu machen: Hypnose könnte im Spiel sein, Telepathie, Radiowellen oder "fremde Mächte"."

http:// psywifo.klinikum.uni-muenchen.de/open/kbild.htm

Es ist für uns als Hypnotiseure wichtig, daß oft Hypnose und Telehypnose als die Erklärungen für Ich-Störungen, Halluzinationen und Wahnvorstellungen angegeben werden, beispielsweise, indem durch Hypnose eine Manipulation des Denkens sttatfindet.

Dies heißt NICHT, daß man jeden, der über eigenartige Erfahrungen mit Hypnose oder anderen Phänomenen berichtet, deshalb sofort als "psychotisch" ansehen od. gar "abgestempeln" sollte.
Jedoch muß man die Möglichkeit im Auge behalten und den Betreffenden im Zweifelsfall an einen Fachmann weiterleiten.

Der Psychotiker ist selbst subjektiv überzeugt und kann auch sehr überzeugend und eindringlich wirken.

Wenn die Zeitkriterien und die Ausschlußkriterien (körperlich begründete Psychose) erfüllt sind, so reichen bizarrer Wahn oder bizarre Halluzinationen (z.B. fortlaufend kommentierende Stimmen) oder die "schweren" Ich-Störungen jeweils einzeln aus, damit eine Schizophrenie diagnostiziert wird.



Die Hebephrenie


Neben der paranoid-halluzinatorischen Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis, dieser "typischen" und bekanntesten Form der Schizophrenie, gibt es im Wesentlichen noch zwei andere Typen: die katatone und die hebephrene/desorganisierte Schizophrenie.
Die Unterscheidung ist nicht strikt und bezieht sich auf den Zeitpunkt der Diagnosestellung, indem man beachtet, welche Verhaltensstörung da vorherrscht und das klinische Bild bestimmt.

Bei der hebephrenen Schizophrenie, die meist im Jugendalter auftritt, kommt es zu einer Störung des Gefühls und zu inadäquaten Affekten. In der Wikipedia heißt es dazu:

"Die hebephrene Schizophrenie führt zu einer flachen Stimmungslage ohne Schwingungsfähigkeit, teilweise resonanzlos, depressiv, ohne emotionale Wärme, dann wieder auffallend durch manchmal läppisch-heiteres oder überhaupt läppisches Benehmen, durch ein nicht nachfühlbares Lachen und eine Inadäquatheit zwischen äußerer Situation und Reaktion....Die Persönlichkeit verliert jedoch ihr eigentliches, vor der Erkrankung vorhandenes Wesen (schleichender Verlust der Persönlichkeitsstruktur). Das zeigt sich z.#8201;B. durch zunehmende Willens- und Entscheidungsschwäche. Oft geht das Denken „an die eigene Zukunft“ verloren und die Erkrankten können nicht mehr arbeiten gehen (Frühberentung) bzw. sehen auch keine Notwendigkeit mehr darin, arbeiten zu gehen. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Selbstkritik ist zumeist ebenso verloren gegangen wie die soziale Kompetenz. Häufig kommt es bei den Patienten begleitend zu Manierismen (=zweckmäßige Bewegungen werden sonderbar anmutend, unnatürlich-gekünstelt und verschroben ausgeführt) und Grimassieren. Die Krankheitseinsicht ist bei den Patienten meistens gleich Null. Andererseits gibt es auch Patienten, denen die Ursache ihres andersartigen Verhaltens (treffender wäre wohl Nicht-Verhaltens) sehr wohl bewusst ist bzw. erfolgreich bewusst gemacht werden konnte. In diesen Fällen bekommen die Kranken dann häufig zusätzlich Depressionen. Aus Verzweiflung neigen einige zur Einnahme von Alkohol bzw. auch Drogen oder begehen Selbstmord."


Der katatone Typ


Der katatone Typ zeichnet sich durch Störungen der "Psychomotorik" aus, also der Art, wie die Psyche die Bewegung beeinflußt.
Hierzu gehören beispielsweise extreme Erregung, Stupor(Fehlen von Bewegung), Mutismus (Schweigen), Befehlsautomatie (der Patient folgt allen Anweisungen), Negativismus (Der Patient tut stets das Gegenteil des Gesagten) und Katalepsie (Der Patient behält die Haltung bei, in die man ihn versetzt).
Dabei ist seie Gemütslage oft anespannt und durch Angst geprägt.

Als nächstes müßten wir auf die sog. Negativsymptome eingehen, die teilweise schon beim hebephrenen Typ angeklungen sind....das sind nicht die Dinge, die der Schizophrene hat, obwohl er sie besser nicht hätte, sondern die, die er haben sollte, aber nicht besitzt.
Auch die Früherkennung in der ANfangsphase (Prodromalphase) sowie Ursachen und Behandlung gehören noch zum Thema, aber dies ein andermal, es sei denn, jemand möchte mich hier unterstützen, was mich natürlich freuen würde!

Ich hoffe, daß es nicht zu abstrakt und zu viel war.

LG Miraculus
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